Mama

„Mama, warum gibt es Krieg?“

„Mama? Warum gibt es Krieg?“

Es gibt diese Fragen von Kindern bei denen du deine Worte ganz bedacht wählst, anfängst zu reden, ins Stocken gerätst und einfach keine Antwort hast.

„Die Jungen in der Schule haben heute Krieg gespielt. Sie haben sich geschubst und dann mit Stockpistolen geschossen und dann war im Spiel immer einer verletzt oder auch tot. Das ist doch nicht schön. Gibt es das wirklich?“

Wie erkläre ich einem Erstklässler was Krieg genau ist, wenn ich es im Grunde selbst nicht verstehe und mir die altersentsprechende Wortwahl komplett fehlt?

Ich habe es versucht und erklärt, dass man es Krieg nennt, wenn Länder oder Staaten mit Waffengewalt und dem Einsatz des Militärs ihre Meinung durchsetzen wollen. Krieg kann ganz viel zerstören und wenn man in dem Land lebt, in dem der Krieg ist, dann leiden die Menschen, die dort leben darunter, denn sie erleben dann Gewalt, obwohl sie oft gar nicht daran beteiligt sind. „

„Aber Mama, warum spielt jemand sowas? Das ist ganz, ganz grauenhaft. Wenn man eine andere Meinung hat, dann ist das eben so, dann kann ich doch nicht kämpfen, damit der andere auch so denken muss wie ich?“

Und da hat das sechsjährige Kind so unbeschreiblich viel Empathie und Verstand bewiesen, wie es so verdammt viele Menschen auf der Erde nicht begreifen.

Mama

Jammerpause!

Oh ja, mir geht es auch manchmal so…Die Tage sind lang und doch fehlen ihnen Stunden um alles erledigt zu haben. Man rast von einer Veranstaltung zur nächsten Aktion, wischt den Boden während man ein wichtiges Telefonat führt und schafft es dabei noch flott 215 Legoteile einzusammeln und die Butterbrotdosen für den kommenden Tag herzurichten. Dazwischen fungiert man als Streitschlichter und steckt der Barbie den abgerissenen Kopf wieder auf den Hals…

Mein Unterricht möchte vernünftig vorbereitet sein, aber eigentlich will ich so gerne meine Haare waschen und kuren, aber eines der Kinder will auch einfach nicht einschlafen…

Es gibt jeden Tag sooo viele Gründe zu meckern, zu jammern, aber wisst ihr was? Es gibt unbeschreiblich viele Gründe mehr, um genau das nicht zu tun!

Vielleicht muss man manchmal einfach Prioritäten verschieben. Vielleicht muss man Abstand nehmen von einem gewünschten Perfektionismus, denn das wird sowieso nicht funktionieren und vielleicht muss man manchmal einfach innehalten!

Das wir jeden Tag aktiv im Leben stehen können ist ein riesiges Geschenk und über Geschenke sollte man sich freuen und sie nicht bockend in die Ecke werfen.

Also, lasst uns aufhören zu meckern und zu jammern. Schafft euch Verschnaufpausen und freut euch über die kleinen Dinge die ihr geschafft habt, genau die ergeben irgendwann ein großes Ganzes 🙂

Mama

Geburtstag

Vierjährige Damen sind an manchen Tagen nicht zufriedenstellen. Da kann man machen was man will und es entspricht ihren Vorstellungen nicht wirklich. Ehrlich gesagt, es passt ganz und gar nicht und alles endet in einem großen Drama.

Ganz vielleicht aus diesem Grund war ich vor unserem Kindergeburstagswochenende mit anschließenden Übernachtungsgästen tatsächlich etwas aufgeregt. Was ich mir als souveräne Mama natürlich nicht habe anmerken lassen…

Schon vor einiger Zeit haben wir prinzessinentaugliche Deko besorgt, Glitzerelemente für Aktivitäten waren bastelbereit und es wurde gewischt, entstaubt, gebacken, dekoriert und organisiert. Wobei das vermutlich kein einziges Kind interessiert hat.

Ich glaube manchmal das die Geburtstage der Kinder für mich ein Stressgefühl auslösen, weil sie, nicht nur wegen möglicher Stimmungsexplosionen meiner Kinder, sondern auch für mich selbst emotional sind. Jedes Mal durchlebe ich quasi Schwangerschaft und Geburt nochmal und all das weckt Gefühle. Zudem erhofft man ihnen den gewünschten Tag perfekt zu gestalten. Aber so im Nachhinein – wie unnötig ist Perfektionismus? Von perfekten Glitzertattoos glitzern die Möbel doch nicht in den nächsten Wochen noch und man hat gar nichts von all diesem Glam:)

Gestern hatten wir einen tollen Nachmittag. Glückliche Kinder, helfende Freunde und Zufriedenheit auf allen Seiten.

Und als ich abends entspannt durchgeatmet habe, war ich plötzlich unfassbar glücklich.

Glücklich darüber zwei wilde Kinder zu haben, denen es an nichts mangeln muss und vorallem das sie gesund sind. Sie haben Freunde, bauen Beziehungen zu anderen Menschen auf und wissen wer ihnen gut tut. All das ist nicht immer selbstverständlich und statt uns von Kleinigkeiten stressen zu lassen, sollten wir lieber den Moment genießen, denn 4Jahre wird man nur ein einziges Mal im Leben.

Meine Tochter verteilte eben nochmal eine Extraportion Glitzer auf meinem Arm und sagte „Danke für alles!“.

Das ist es, was tatsächlich zählt!!

Mama

Einatmen, ausatmen! Weiter geht’s!

Noch eben kurz ein Elterntelefonate, schnell noch 25Kopien anfertigen, eine Eintragung vornehmen, eine Diskussion darüber, warum man keine bessere Note bekommt, wenn einem 8Punkte zur nächsten Notenstufe fehlen, Noten für die Stunde aufschreiben,…

Flott zum Kindergarten, was koche ich gleich.. Katzenfutter! Wir haben gar keins mehr und ich wusste, dass wir es nicht wagen durften den Katern keinen Nachschub mit nach Hause zu bringen.

Normalerweise freuen sich die Kinder auf einen kleinen Einkauf. Nicht aber gestern. Gestern spielte Lilly wieder „Ich besitze keine Beine“ und konnte nur noch getragen werden, bis zu dem Moment in dem sie einen kleinen Einkaufswagen haben wollte, ich aber keinen Chip oder einen Euro dafür parat hatte… Ihr merkt die Brisanz der Situation!

Irgendwie habe ich sie überzeugen können wie unglaublich cool so ein Einkaufskorb ist, den sie dann mit vollem Elan an ihrem Arm hin-und her schwang (wirklich gefährlich für andere einkaufende Menschen war es nie, fast nie).

Unsere Katzenfuttersorte war so hoch im Regal platziert, dass ich es nur mit Mühe und Not erreichte. Ich glaube auch jetzt mindestens 2cm länger zu sein.

Meine Mittagessenüberlegungen konnte ich kurzzeitig auch beenden, denn die Kinder rochen Hähnchenschenkel. (Ich bereite ihnen problemlos Fleisch zu, auch wenn ich es nie essen würde, aber Hähnchenschenkel sind ein echtes Problem für mich.) Natürlich kaufte ich ihnen welche und wir wanderten in Richtung Kasse. Seit ich Kinder habe, weiß ich auch warum dieser ganze Süßkramquatsch an der Kasse Quengelware heißt. Unsere nächste Hürde…

Hinter uns eine etwas weiter entfernte Nachbarin die freundlich grüßte. So eine Nachbarin, die immer toll gestylt ist und ein super Make Up trägt. Während Lilly, die wieder keine Beine mehr hatte, mir mitten ins Gesicht nieste, erkundigte sie sich ganz freundlich, ob sie mir helfen könne, da ich ja so eine kranke Maus auf dem Arm hätte.

Rotzig kommt nicht immer von Rotz, manchmal ist es mehr der Trotz.

Als dann die dämliche Papptüte (ja, mal wieder hatte ich meine Einkaufstüten aus dem Kofferraum vergessen) filmreif kurz vor dem Ausgang zerrissen ist und die dämlichen Hähnchenschenkel auch noch aus der wärmenden Alutüte rutschen, spätestens da wusste ich das gestern nicht mein Tag war!

Irgendwie musste ich über den ganzen Mist lachen und so saß ich mit beiden Kindern auf dem Boden und wir lachten! Zusammen sammelten wir alles ein, Lillys Beine funktionieren plötzlich wieder tadellos und wir beschlossen Nudeln zum Mittagessen zu kochen.

In der Situation war ich genervt, gestresst und irgendwie überfordert – mit mir selbst!

Die Vereinbarkeit von mir, dem Beruf, der Mamarolle und all den Dingen drumherum klappt an manchen Tagen überhaupt nicht optimal. Aber ehrlich, Probleme sehen doch anders aus:) Also, durchatmen und weiter geht es.

Irgendwie wäre es ja auch langweilig wenn immer alles einfach klappen würde!

Mama

Vorsätze

Das Jahr ist nun beendet und ein neues Kapitel beginnt. Wir habe ich heute überall gelesen? Das Buch ist neu und du kannst jede Seite selbst gestalten…

Tja… Ob nun alles anders wird, nur weil Silvester war? Ich bezweifle es ein wenig und eigentlich sollte es das auch nicht.

Vorsätze – die habe ich jeden Tag. Weniger Pepsi Max, dafür gesunden Tee, endlich mal Sport, Süßigkeiten verbannen und Obst und Gemüse eine Chance geben. Ach, mach ich doch schon so viele Jahre nicht konsequent, dann werde ich es auch im neuen Jahr nicht komplett verändern.

Aber ich habe Vorsätze. Definitiv!

Ich habe mir unabhängig vom Jahreswechsel fest vorgenommen mich generell weniger über unnötige Dinge zu ärgern. Ich ändere Menschen nicht und werde keine Zeit mehr dafür verschwenden dies zu versuchen. Man muss nicht immer nett sein, nur um Frieden zu haben!

Wir werden weiter reisen. Für uns sind die Reisen der letzten Jahre unwahrscheinlich prägend gewesen und wir möchten den Kindern, aber auch uns ermöglichen viel zu sehen und zu erleben. Auch aus diesem Grund habe ich mir schon länger vorgenommen, mehr darauf zu achten, wofür man eigentlich im Alltag Geld ausgibt und dies bewusst versuchen einzuschränken (ich rede hier nicht von Schuhen – Schuhe sind lebensnotwendig)!

Zusätzlich wird sich beruflich in diesem Jahr einiges für mich verändern, denn ich muss die Schule aufgrund ihrer Schließung wechseln. Zudem wird Noah im Sommer tatsächlich bereits ein Schulkind und ich werde die ersten Nächte ohne meine Kinder verbringen, da ich eine Klassenfahrt begleite.

Zudem denke ich das im Laufe des Jahres der Blog ein wenig überarbeitet wird, ich richte mir gerade ein kleines Fotostudio ein und möchte euch auch weiterhin an meinen Gedanken zum Familienleben teilhaben lassen, euch per Blog und Instagram an Events und tollen Produkten teilhaben lassen und die ganze Mamablogsache ein wenig vergrößern. Aber ich werde mir absolut treu bleiben und statt durchgestyltem Blackandwhitekinderzimmerdekokram werdet ihr meine ehrliche Meinung aus unserem manchmal ziemlich chaotischen Leben hier nachlesen können!

Ich wünsche euch einen schönen Start in das neue Jahr und freue mich tagtäglich über euer Feedback, eure Klicks und die generelle Resonanz – denn was wäre ein Blog ohne Leser:)