Mama

Menschlichkeit

Vor einigen Tagen habe ich mich mit meinen Schülern über „Werte“ unterhalten. Wir haben gemeinsam überlegt welche Werte denn eigentlich für ein Zusammenleben, für unser Zusammenleben, besonders wichtig sind.

Ordnung, Freundlichkeit, Höflichkeit, Pflichtbewusstsein, Disziplin… Wir haben so einige Dinge gefunden die uns allen echt wichtig sind.

Plötzlich kam ein Einwand. Ein Schüler sagte, dass all diese Werte gar nicht extra genannt werden müssten, wenn man Menschlichkeit beweist, denn dann macht man all die genannten Dinge ganz selbstverständlich. Wie recht er damit hatte war mir zwar sofort bewusst, aber wie sehr man dies auf die momentane Situation beziehen kann, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Statt sich eingeschränkt zu fühlen sollten wir uns bewusst sein, wie verdammt wertvoll Gesundheit ist und was so ein Virus mit dem Leben von uns allen veranstalten kann.

Statt sich Klopapier aus den Händen zu reißen, wäre es vielleicht echt mal cool der Omi von nebenan ein Carepaket vor die Haustüre zu stellen…

Wir sitzen in einem Boot und können durch die Einhaltung einiger wichtiger Regeln daran arbeiten, dass es nicht sinkt!

Die Welt ist unfassbar schnell, irre und chaotisch geworden, wenn die Situation gerade vielleicht nur einen positiven Aspekt hat, dann vielleicht den, dass wir uns einfach mal besinnen. Das wir runterfahren und begreifen was eigentlich wichtig ist!

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Familie, Leben mit Kindern, Mama

Raus mit den Kindern!

Tatsächlich neige ich bei dem ollen Regenwetter des Winters dazu, flott vom Auto in die Bude zu jagen und unsere Nachmittage haben wir sehr oft komplett im Haus verbracht.

Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten schöne Nachmittage zu arrangieren, allerdings finden wir es umso schöner, uns Wind um die Nase pusten zu lassen, über Wiesen zu laufen, wärmende Sonnenstrahlen zu spüren und Steinchen in Wasser zu werfen.

Somit haben wir uns heute Vormittag, gelockt von den Sonnenstrahlen, schnell angezogen und sind zur Ruhr geflitzt.

Wir brauchen dort weder Spielzeug, noch irgendwelche Fahrzeuge. Es kann gerannt, gehüpft und geklettert werden.

Glücklich und zufrieden genießen wir nun gelüftet, mit schmuddeligen Schuhen, den Nachmittag und freuen uns auf den morgigen Start in eine neue Woche und träumen von sonnigen Abenteuern, die in den nächsten Wochen folgen werden 🙂

Mama

„Mama, warum gibt es Krieg?“

„Mama? Warum gibt es Krieg?“

Es gibt diese Fragen von Kindern bei denen du deine Worte ganz bedacht wählst, anfängst zu reden, ins Stocken gerätst und einfach keine Antwort hast.

„Die Jungen in der Schule haben heute Krieg gespielt. Sie haben sich geschubst und dann mit Stockpistolen geschossen und dann war im Spiel immer einer verletzt oder auch tot. Das ist doch nicht schön. Gibt es das wirklich?“

Wie erkläre ich einem Erstklässler was Krieg genau ist, wenn ich es im Grunde selbst nicht verstehe und mir die altersentsprechende Wortwahl komplett fehlt?

Ich habe es versucht und erklärt, dass man es Krieg nennt, wenn Länder oder Staaten mit Waffengewalt und dem Einsatz des Militärs ihre Meinung durchsetzen wollen. Krieg kann ganz viel zerstören und wenn man in dem Land lebt, in dem der Krieg ist, dann leiden die Menschen, die dort leben darunter, denn sie erleben dann Gewalt, obwohl sie oft gar nicht daran beteiligt sind. „

„Aber Mama, warum spielt jemand sowas? Das ist ganz, ganz grauenhaft. Wenn man eine andere Meinung hat, dann ist das eben so, dann kann ich doch nicht kämpfen, damit der andere auch so denken muss wie ich?“

Und da hat das sechsjährige Kind so unbeschreiblich viel Empathie und Verstand bewiesen, wie es so verdammt viele Menschen auf der Erde nicht begreifen.

Mama

Jammerpause!

Oh ja, mir geht es auch manchmal so…Die Tage sind lang und doch fehlen ihnen Stunden um alles erledigt zu haben. Man rast von einer Veranstaltung zur nächsten Aktion, wischt den Boden während man ein wichtiges Telefonat führt und schafft es dabei noch flott 215 Legoteile einzusammeln und die Butterbrotdosen für den kommenden Tag herzurichten. Dazwischen fungiert man als Streitschlichter und steckt der Barbie den abgerissenen Kopf wieder auf den Hals…

Mein Unterricht möchte vernünftig vorbereitet sein, aber eigentlich will ich so gerne meine Haare waschen und kuren, aber eines der Kinder will auch einfach nicht einschlafen…

Es gibt jeden Tag sooo viele Gründe zu meckern, zu jammern, aber wisst ihr was? Es gibt unbeschreiblich viele Gründe mehr, um genau das nicht zu tun!

Vielleicht muss man manchmal einfach Prioritäten verschieben. Vielleicht muss man Abstand nehmen von einem gewünschten Perfektionismus, denn das wird sowieso nicht funktionieren und vielleicht muss man manchmal einfach innehalten!

Das wir jeden Tag aktiv im Leben stehen können ist ein riesiges Geschenk und über Geschenke sollte man sich freuen und sie nicht bockend in die Ecke werfen.

Also, lasst uns aufhören zu meckern und zu jammern. Schafft euch Verschnaufpausen und freut euch über die kleinen Dinge die ihr geschafft habt, genau die ergeben irgendwann ein großes Ganzes 🙂

Mama

Geburtstag

Vierjährige Damen sind an manchen Tagen nicht zufriedenstellen. Da kann man machen was man will und es entspricht ihren Vorstellungen nicht wirklich. Ehrlich gesagt, es passt ganz und gar nicht und alles endet in einem großen Drama.

Ganz vielleicht aus diesem Grund war ich vor unserem Kindergeburstagswochenende mit anschließenden Übernachtungsgästen tatsächlich etwas aufgeregt. Was ich mir als souveräne Mama natürlich nicht habe anmerken lassen…

Schon vor einiger Zeit haben wir prinzessinentaugliche Deko besorgt, Glitzerelemente für Aktivitäten waren bastelbereit und es wurde gewischt, entstaubt, gebacken, dekoriert und organisiert. Wobei das vermutlich kein einziges Kind interessiert hat.

Ich glaube manchmal das die Geburtstage der Kinder für mich ein Stressgefühl auslösen, weil sie, nicht nur wegen möglicher Stimmungsexplosionen meiner Kinder, sondern auch für mich selbst emotional sind. Jedes Mal durchlebe ich quasi Schwangerschaft und Geburt nochmal und all das weckt Gefühle. Zudem erhofft man ihnen den gewünschten Tag perfekt zu gestalten. Aber so im Nachhinein – wie unnötig ist Perfektionismus? Von perfekten Glitzertattoos glitzern die Möbel doch nicht in den nächsten Wochen noch und man hat gar nichts von all diesem Glam:)

Gestern hatten wir einen tollen Nachmittag. Glückliche Kinder, helfende Freunde und Zufriedenheit auf allen Seiten.

Und als ich abends entspannt durchgeatmet habe, war ich plötzlich unfassbar glücklich.

Glücklich darüber zwei wilde Kinder zu haben, denen es an nichts mangeln muss und vorallem das sie gesund sind. Sie haben Freunde, bauen Beziehungen zu anderen Menschen auf und wissen wer ihnen gut tut. All das ist nicht immer selbstverständlich und statt uns von Kleinigkeiten stressen zu lassen, sollten wir lieber den Moment genießen, denn 4Jahre wird man nur ein einziges Mal im Leben.

Meine Tochter verteilte eben nochmal eine Extraportion Glitzer auf meinem Arm und sagte „Danke für alles!“.

Das ist es, was tatsächlich zählt!!