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Corona, Schule und all das…

Tatsächlich liegt mein Blog hier gerade richtig brach. Im Grunde gar nicht gewollt und trotzdem geschehen.

Warum?

Ich glaube es liegt an der momentanen Situation, an all dem Drumherum, an all dem was dazu gehört.

Corona beschäftigt uns schon das ganze Jahr. Es hat unseren Alltag und alle Abläufe verändert.

Ich bin Lehrerin, bin demnach plötzlich ganz schön systemrelevant und während meine Kinder im privaten Bereich immer nur ein anderes Kind treffen dürfen und sich seit Monaten an viele, viele Regeln halten müssen, geht ihre Mama morgens in die Schule und hat täglich locker 300 wechselnde Kontakte.

Frust, Langeweile, Restriktionen und Auflagen lassen den Schulalltag rein aus der Sicht einer Lehrerin gerade nicht einfacher werden. Dazu kommt die normale Rebellion von Teenagern und der eigentlich geliebte Job wird zum täglichen Abenteuer.

Persönlich kommt bei mir die Angst und Sorge vor einer Ansteckung hinzu, die man immer und immer wieder versucht ganz tief hinten im Kopf zu verbuddeln.

Ich verstehe mehr denn je wie wichtig die Schule und die geregelten Abläufe für Schulkinder sind, bin natürlich von der enormen Wichtigkeit der Bildung überzeugt, aber würde mir sehr wünschen, dass man mal hinter die Kulissen schaut und sieht wie ein Coronaalltag in der Schule für Schüler und Lehrer tatsächlich aussieht.

Kinder die seit Monaten keinen Sport mehr machen konnten, in kleinen abgetrennten Bereichen mit Masken auf dem Schulhof stehen und nach sechsstündigem Schultag vielleicht auch viel Frust, Engpässe und Nöte im Elternhaus erleben, ohne Ausflüge oder sonstiger Lichtblicke, haben irgendwann keine gute Laune mehr…

Genau das ist es, was in den letzten Monaten dazu geführt hat, dass ich abends, während ich sonst fröhlich gebloggt habe, auf der Couch gehangen habe und einfach keine Motivation mehr hatte noch irgendwas zu tun. Aber so soll es nicht weiter ablaufen:)

Ich gelobe Besserung und werde euch in der vorweihnachtlichen Zeit ganz sicher DIY-Projekte bieten und neuen Lesestoff präsentieren.

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Maskenpflicht und Schule

Viele von euch wissen von mir, dass ich im Leben außerhalb der Bilder und Buchstaben in der Onlinewelt, normalerweise beruflich etwas ganz anderes mache.

Ich bin Lehrerin und arbeite mit Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren an einer weiterführenden Schule zusammen.

Die Sommerferien sind gerade frisch beendet und Covid 19 noch völlig aktiv. NRW, das Bundesland in dem ich lebe, hat eine Maskenpflicht für alle Schüler ab der 5.Klasse eingeführt.

Vermutlich habt ihr in den letzten Tagen die großen Diskussionen diesbezüglich gar nicht übersehen können. Die Sorge vieler Eltern ist riesig, dass dies zu anstrengend für die Kinder sei, sie nicht lernen können und das ihnen die Freiheit genommen wird.

Ich persönlich trage die gesamte Schulzeit eine Maske, auch wenn es mir erlaubt wäre, sie an meinem Pult hinter einem Spuckschutz abzunehmen, was ich als unfair den Schülern gegenüber empfinde, die dies nicht können und ich auch auf die Sicherheit meiner Schüler bedacht bin. Auch ich habe mir vorab meine Gedanken dazu gemacht und hatte etwas Sorge im Hinblick auf die Umsetzbarkeit solch einer Verordnung.

Die letzte Woche habe ich nur mit meiner eigenen Klasse, einer 6.Klasse verbracht. Unser Klassenraum liegt in der obersten Etage eines alten Gebäudes. Keine Klimaanlage, pralle Sonne und es war heiß, sehr heiß. Ich musste viel reden, organisatorische Dinge klären, hatte im Anschluss Besprechungen (alle mit Maske). Natürlich ist das anstrengend, aber:

Keiner meiner Schüler hat sich beschwert, keiner hat sich unwohl gefühlt, jeder hat den anderen geschützt. Wir sind ein Team, wir passen aufeinander auf und wir wissen nicht, ob einer von uns vielleicht Träger einer Erkrankung sein kann. Die Kinder haben Abstand gehalten, habe alles desinfiziert und mit Ruhe und Gelassenheit vor den Stunden perfekt ihre Hände gewaschen. Ihre Eltern haben ihnen die Situation erklärt, ich habe sie erläutert und sie haben sich selbst Gedanken gemacht.

Natürlich waren die Vormittage wärmer und anstrengender als sonst, aber uns geht es gut. Wir sind gesund! Der Gedanke das dies momentan auch durchaus anders sein könnte, aber auch die Freude darüber wieder gemeinsam in der Schule zu sein, hat uns das bisschen Stoff im Gesicht ziemlich problemlos vergessen lassen.

Ein kurzer Lebensmitteleinkauf im Discounter hat mir mal wieder gezeigt, dass Kinder oft so viel schlauer sind als Erwachsene! Drei Securitymitarbeiter mussten aufpassen, dass die Kunden ihre Mundnasenbedeckung auch für Mund und Nase und nicht nur das Kinn benutzen und deeskalierend agieren, ein Trauerspiel…

Es sind im Grunde so wenige Regeln die uns momentan vor schlimmeren Dingen bewahren, wenn Kinder sich daran halten können, dann sollten Erwachsene das doch auch schaffen.

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So sauer…

Tatsächlich war es jetzt einige, sogar viele Tage sehr ruhig hier. Warum?

Es passiert im Grunde nichts was berichtenswert wäre.

Wir freuen uns über die Zeit miteinander, grillen, gehen spazieren, malen, spielen, manchmal streiten wir auch ein wenig, üben für die Schule… Spektakulär wäre anders, aber genau das tut uns allen tatsächlich gerade ganz gut. Unser eigener kleiner Alltag innerhalb unserer vier Wände lässt uns die momentane Lage ganz gut meistern.

Tatsächlich habe ich allerdings in den letzten Tagen zunehmend Puls bekommen. Begonnen hat dies mit den Aussagen der bekannten Politiker, die im Versuch-Irrtum Verfahren die Kinder in die Schulen schicken wollen, denn die Bildung ist wichtig.

Ich bin Lehrerin. Natürlich empfinde ich Bildung auch als wichtig, enorm wichtig. So geht es vielen anderen Menschen auch, angehört wurden wir aber lange Zeit nicht.

Schüler werden in Schulen gepackt, deren Blütezeit schon lange vorbei ist. Digitalisierung, eine angenehme Lernatmosphäre und eine zeitgemäße Ausstattung sind Fremdwörter in der Welt der Ruhrgebietsschulen, wenn man nicht aus eigener Kasse seinen Klassenraum gestaltet – wobei dann viele Dinge auch nicht erlaubt sind, Sicherheit geht vor. Lehrermangel ist ein großes Problem und der Weg hin zum Lehrer ist sehr oft auch ordentlich steinig.

Inklusion, Integration, individuelle Förderung und interkulturelle Pädagogik sind für die meisten Lehrer, auch unter genannten Bedingungen, inzwischen Alltag geworden, über den sie schon gar nicht mehr berichten, denn das gehört zum Job dazu, auch bei mangelnder Unterstützung von außerhalb. Es gibt unzählige Probleme die wir jeden Tag mit nach Hause nehmen, die sonst niemanden interessieren, gehört halt alles zum Job…Was ok für uns ist!

Aber als ich gestern erfahren habe, dass meine Vermutungen im Hinblick auf die Öffnung der Schulen in NRW tatsächlich richtig waren, bin ich nicht nur sauer, sondern auch wirklich traurig geworden.

Plötzlich ist die Schule für die Gesellschaft so unglaublich wichtig, dass man in Kauf nimmt, dass unsere Kinder, die nun wochenlang von der Außenwelt ferngehalten werden sollten, dort auftauchen sollen. Die Bildung steht von heute auf morgen über dem Gut der Gesundheit? Wenn die Herde immun ist, dann kann man einzelne Verluste problemlos verschmerzen? Das entspricht nicht meinem Denken, indem jeder Einzelne wichtig und wertvoll ist.

Und wenn das jetzt gerade alles so wichtig ist, dann hat man jahrelang darauf verzichtet den Kindern dort angemessene sanitäre Anlagen zu bieten, hat hingenommen das Wasser verseucht war, hat nicht reagiert, wenn viel zu wenig Personal vorhanden war und hat darüber hinweggesehen, dass ganz sicher nicht jeder die gleiche Chancen hat?

Mir geht es nicht um mich, wenn ich hier schimpfe, mir geht es um meine Schüler. Ich möchte sie und ihre Familien schützen, bewahren vor einer Krankheit deren Auswirkungen und Nachwirkungen noch immer niemand von uns kennt, aber was weiß ich schon? Ich bin ja schließlich nur Lehrerin und muss agieren…

Schulen im Hinblick auf eine Notbetreuung weiter zu öffnen macht für mich Sinn, wenn für Sicherheit gesorgt ist. Schulen für Kinder aus schwierigen Verhältnissen zu öffnen ist immer wichtig, wenn für Sicherheit gesorgt ist! Aber Schulen für politische Machtrangeleien zu öffnen ist der Wahnsinn!

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Allgemein

Müde!

„Wie kann man eigentlich so unwahrscheinlich müde sein, auch wenn man so früh ins Bett geht? Du bist doch Zuhause und musst nicht arbeiten…!“

Habt ihr solche Sätze auch mal hören müssen? Zum ausrasten, oder? 

Bedingt durch dieses dumme, doofe, blöde Mistwetter war Noah’s AfterkindergartenichgeheindenGartenLaune völlig hinüber, denn sein erster Blick in den Garten zerstörte schon jegliche Vorstellung eines gelungenen Nachmittags für ihn „Rutsche ist nass“! Bei näherer Betrachtung auf Socken stellte er dann fest „Boden auch nass, Füße auch nass“! Das Desaster nahm seinen Lauf, Mittagessen ok, aber Gunmibärchen wären besser, gab es aber nicht, weil man dafür erstmal vernünftig essen sollte. Laune noch ein paar Stufen schlechter. Dann „Bitte Zoosendung gucken“ – ihr kennt diese Sendungen im TV aus unterschiedlichen Zoos in Deutschland?- es kam aber gerade keine und ich habe wirklich all unsere Sender durchforstet. Spielen war 5 Minuten ok, dann auch wieder blöd und eigentlich fehlte auch übrigens am meisten auf der Welt der Papa! Nach etwa 20minütigem Brüllen um Papa, der natürlich am Nachmittag noch bei der Arbeit war, ist Mr Schlechtelaune dann tief und fest eingeschlafen.

 Ihr kennt die Brisanz der Aussage, wenn ich hinzufüge das es bereits  halb fünf war???!!! 

Nach einem sehr ausgiebigen Schläfchen, (wenn das Kind schläft, dann schläft es) war Papa da und die Laune wieder bombastisch, bis 22Uhr, denn man war ja völlig ausgeruht! 


Wäre alles noch ok, hätte die kleine Dame diese Nacht nicht festgestellt das Stillen sowas ähnliches ist, wie im Schlaraffenland zu leben und wäre sie dann irgendwann mal satt gewesen. Tja, Fehlanzeige. Sie war gestern Abend übrigens pünktlich wie immer müde und demnach auch um kurz vor 6Uhr heute morgen endlich satt und fit! 


Warum war ich nochmal müde? 😉

Ich wünsche euch allen einen schönen Tag, ich trinke jetzt Kaffee, viel Kaffee!

Allgemein

Freunde, Bekannte, Lebensabschnittbegleiter…

Geht euch das eigentlich auch so? Mit 18Jahren hat man mindestens 30Leute mit denen man ständig etwas unternommen hat, abends unterwegs war und das Leben teilte. Mit 25, unterschiedlichen Lebenswegen, Arbeit, Uni und Co hat sich der Freundeskreis komplett geändert. Einige Leute bleiben immer dabei, andere kommen und gehen und dann, mit einem Kind verändert sich plötzlich alles nochmal!


Du bist nicht mehr spontan in der Lage eine Grillparty zu schmeißen, du gehst am Wochenende nicht mehr feiern, denn du bist glücklich darüber das du früh im Bett liegen kannst, weil der Tag anstrengend war. Dazu kommt, dass sich Erziehungsstile vielleicht ganz grob unterscheiden, dass es dadurch einfach nicht mehr passt, weil man keine Lust darauf hat, ständig kritisiert zu werden oder einen auch als Mama Kochrezepte absolut nicht interessieren (Ja, sowas gibt es und ich fühle mich gut dabei!), ebenso wie prenatale Klangtherapie im Wald einfach nix für mich ist. Man ist es irgendwann leid, sich rechtfertigen zu müssen, warum man seine Kinder nicht abgibt um abends wegzugehen oder sich anzuhören das man unlustig ist, weil man keinen Alkohl trinkt.


Bekannte hat man noch immer viele, manchmal fast zu viele.                            

Diejenige die man als Freunde bezeichnet sind weniger geworden, aber genau auf diejenigen kann man sich verlassen und diese lassen dich sein wie du bist, auch wenn du dich nicht jeden Tag bei ihnen meldest! Manchmal sogar Wochen nicht! Im Notfall können wir immer aufeinander zählen, ohne Erklärunhen, Rechtfertigungen und Eigenlob!