Familie

Familienbett – Wie bitte??

Schon lange ist es her das ich über unser Familienbett berichtet habe, allerdings sehe ich tagtäglich das dies einer meiner meistgelesenen Beiträge überhaupt ist, denn es vergeht kein Tag an dem er nicht mehrfach gelesen wird.

Für uns ist das Familienbett tatsächlich gar nichts mehr worüber wir nachdenken, denn es ist Alltag und völlig normal für uns. Die anfängliche Rechtfertigerei ist schon lange verschwunden und keiner hinterfragt es mehr. Für uns ist das so…

Vor ein paar Tagen war ich Teil eines Gesprächs. Nicht weil ich aktive Teilnehmerin war, sondern eher anfänglich still daneben sitzend.

Eine Frau mittleren Alters die keine Kinder hat unterhielt sich mit einem Singlepapa der eine kleine Tochter hat. Er berichtete ihr von den Baumarktbesuchen der letzten Tage, weil er das Bett seiner Tochter ihrzuliebe prinzessinenlike gestalten wollte und sie vielleicht dadurch animieren könnte auch mal darin zu schlafen.

Ihr Blick ließ mich erahnen das sie zwischen völliger Verständnislosigkeit und einem „er weiß es nicht anders, denn er hat keine Frau die ihm sagt wie es eigentlich richtig ist“ abwägte.

Völlig entsetzt sagte sie ihm das es nicht normal sei, dass das Kind bei ihm schläft und es sofort in seinem eigenen Bett schlafen muss. Mich schaute sie an und suchte Bestätigung. Er stammelte entschuldigend etwas von „Sie weint sonst doll.“.

Natürlich bin ich vermutlich eine der schlechtesten Ansprechpartnerinnen diesbezüglich deutschlandweit und so erklärte ich ihr lachend das bei uns sogar zwei Kinder im Bett liegen, wovon einer noch einiges älter ist…

Ihren Blick kann man erahnen, oder?

Inzwischen sind mir Erziehungsratgeberdiskussionen völlig egal: meine Kinder, unser Leben, unsere Entscheidung!

Noch sind sie klein, noch ist ihnen die Nähe zu uns unglaublich wichtig und noch haben sie Ängste und Träume die sie alleine nicht sortieren können. Noch gibt es für sie nichts schöneres als immer bei uns zu sein.

In ein paar Jahren wird das vermutlich komplett anders sein und ich bin mir extrem sicher das sie dann ihr Bett für sich haben möchten.

War das beim Stillen nicht auch so? Diese „Waaaass? Du stillst länger als ein Jahr, hört das denn nie auf?“ – Fraktion wurde ja auch tatsächlich enttäuscht, den Abiball werden wir stillfrei besuchen:)

Solange man niemandem schadet und sich alle wohl fühlen sollte man die Familien doch machen lassen was sie möchten.

So wenig wie mich die Küchen-oder Toilettengewohnheiten anderer Leute angehen, so wenig sollten sich fremde Menschen für fremde Schlafzimmer interessieren.

Und außerdem, ein Prinzessinnenbett ist ganz traumhaft für Puppenmamas, denn deren Babys liegen gerne darin….

4 Gedanken zu „Familienbett – Wie bitte??“

  1. Hach wie schön, dass dies für dich selbstverständlich ist. Hier herrscht auch bei Eltern noch oft die Meinung, das Kind gehöre ganz weit weg und abgesondert. Dass das Familienbett aber natürlich und evolutionsbedingt meist die beste Wahl ist, wird so oft diskutiert. Wir haben auch ein Familienbett und ich mag es ehrlich nicht missen, wenn mich morgens zwei große strahlende Augen und ein zahnloser Mund anlachen.
    Viele liebe Grüße

    1. Hallo Anne,

      auch wenn wir ab und zu Episoden haben, in denen ich mal nicht im Familienbett schlafe (zum Beispiel in unserer letzten Unterkunft in Kroatien, wo mich das Bett einfach nicht aushielt), genieße ich es, dass wir alle – wir zwei Eltern und die drei Kinder – in einem großen Bett schlafen. Das hat gleich mehrere Vorteile:

      1. Windelfrei klappt nachts auch bei kleinen Babys super, da man sofort zur Stelle ist, wenn das Kleine unruhig wird.
      2. Wenn ein Kind einmal schlecht träumt, kann man gleich beruhigen.
      3. Die Kinder schlafen besser, weil sie sich geborgen fühlen.
      4. Man stellt sich aufeinander ein und der Wach-Schlaf-Rhythmus passt sich an.

      Und die Nachteile? Hm… Da fallen mir keine ein.

      Also: Familienbett ist super! Da muss man sich auch nicht reinreden lassen. Die Kinder werden schon irgendwann von selbst das Nest verlassen. Und wenn es einmal soweit ist, denken wir wehmütig an die Zeit zurück, als sie noch „klein“ waren.

      Liebe Grüße
      Patrick

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