Familie

Trauer ist leise…

In den letzten Wochen versuche ich jeden Tag mit Inhalt zu füllen. Ablenken möchte ich mich vor den Gedanken und diesem schrecklichen Gefühl zwischen Bauch, Herz und Hals. Ich will nicht darüber reden und versuche so den aufkommenden Situationen aus dem Weg zu gehen.

Natürlich funktioniert das nicht und oft, sehr oft, überfällt mich die Traurigkeit und auch die Wut darüber, wie verdammt unfair es auf der Welt zugehen kann.

Manchmal habe ich das Gefühl zwischen dem Alltag in dem man funktionieren muss und den Momenten in meinen Gedanken, wenn es still wird, nicht zurecht zu kommen. Arbeit, Familienleben und Freizeit lenken natürlich ab, lassen aber nie vergessen.

„Siehst du, du musst nicht weinen. Er ist doch da oben im Himmel und ist immer bei uns…!“

Wie unfassbar gerne würde ich Leben und Tod noch ganz genauso sehen wie meine Dreijährige.

Die Kinder verarbeiten, wenn man es so nennen kann, im Malen von Bildern. Damit das sie Geschichten aus den vergangenen Jahren erzählen. Sie bauen sich Phantasiewelten auf, in denen ihr Opa weiterhin immer ihr Held ist und manchmal, manchmal werden sie plötzlich ganz leise. Hören auf Knarrgeräusche des Windes oder betrachten den Himmel und dann weiß ich, sie sind sehr traurig. Tiefe Trauer findet bei uns scheinbar ganz leise statt.

Wenn man selbst betroffen ist, ist es schwierig mit den Kindern irgendwie „richtig“ mit der Situation umzugehen, aber das muss man, denn wie sollen sie Dinge begreifen, die wir schon nicht verstehen.

Sie sehen meine Traurigkeit und haben Angst davor. Ich kann sie allerdings nicht verstecken und auch wenn es kontrovers klingt, aber der Tod gehört zum Leben dazu. Sie teilhaben zu lassen ist meiner Meinung nach wichtig und ihre tröstenden Arme sind mein Halt.

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