Familie

Ich verabschiede mich vom Perfektionismus!

Gerade in der ersten Phase nach meiner Elternzeit mit dem zweiten Kind habe ich mich gedanklich oft einfach nur noch überschlagen. Der Job sollte perfekt laufen, ich hatte mich darauf gefreut, die Nachmittage waren durchorganisiert und auch die Abende hatten immer Struktur. An den Wochenenden gab es oft mehrere Verabredungen an nur einem Tag, bloß um allen gerecht zu werden.

Nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl mich zu zerreißen. Ich wollte weiterhin jeden Tag einen Blogpost schreiben, da meine Leserzahl ordentlich hoch dadurch war. Die Arbeit war und ist mir unwahrscheinlich wichtig und ich fühlte mich oft völlig hin- und hergerissen zwischen wollen und schaffen. Der nicht ausgeräumten Wäschekörbe im Schlafzimmer und die Bausteine überall im Wohnzimmer machten mich rasend und ich war völlig unentspannt.

Es hat einige Zeit gedauert bis ich überhaupt realisiert hatte was mich da störte, aber es war einfach eine Schüppe zu viel von allem.

Seit einigen Monaten haben wir für uns beschlossen es entspannter angehen zu lassen. Weniger ist irgendwie mehr und plötzlich kam auch die Freude für die anfallenden Aufgaben wieder zurück.

Mit zwei kleinen Kindern, zwei haarigen Katern und einem Lehrerinnenjob muss man einfach akzeptieren, dass Spielzeug rumliegt, Blätter den Vorgarten dekorieren und Bekannte vielleicht auch mal knatschig sind, weil man die Zeit lieber als Familie verbringen möchte.

Ich musste 37Jahre alt werden um Prioritäten zu setzen und zu lernen, dass ich ganz sicher nichts verpassen werde, wenn ich nicht überall dabei bin!

Perfekt bin ich ganz sicher nicht, dafür aber eine authentische Chaosqueen:)

2 Gedanken zu „Ich verabschiede mich vom Perfektionismus!“

  1. Tolle Erkenntnis! 🙂 Bei mir hat es auch einige Zeit gedauert, aber ich hab gemerkt, dass ich mich von meinen Vorstellungen von Ordnung und Struktur verabschieden muss wenn ich nicht mich und damit meine Familie unglücklich machen will.
    Ehrlich gesagt fühle ich mich mittlerweile schon fast wohl im alltäglichen Chaos!
    Alles Liebe

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