Familie

Oh ihr geliebten sozialen Netzwerke…

Ich liebe sie und zugleich verteufel ich sie. Ich finde sie spannend und abartig. Sie sind informativ und so überfüllt mit Lügen.

Wovon ich spreche? Von sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Co.

Wenn ich binnen 2Minuten zu einem Thema zehntausend Menschen brauche, die etwas besser wissen als ich, dann stelle ich eine Frage in einem Mütternetzwerk bei Facebook. So gerät die ursprüngliche Frage nach dem besten Babybrei nach kürzester Zeit zu einer Art Schlammschlacht die die Fragenstellerin schlussendlich bezichtigt ganz sicher ein geheimer Fiancier von Nestléprodukten zu sein und mit der Russenmafia unter einem Hut zu stecken.

Was ich hier überspitzt formuliere ist gar nicht so utopisch. Menschen und wie ich ganz oft feststelle, besonders Frauen in sozialen Netzwerken, lieben es unter dem vermeintlichen Mantel der Anonymität übelste Hasspredigten zu schwingen und vom eigentlichen Thema abzuschweifen, wie Babybrei und Russenmafia.

Nächstes Beispiel: Mode. Jemand präsentiert bei Instagram die Ausbeute einer für sie genialen Kooperation mit einer Modefirma und im Sekundentakt wird kritisiert, warum die Frau im Hintergrund eigentlich ein so großes Haus hat und dass sie ihren Mann eigentlich nicht verdient hat, er ununterbrochen nur für ihren Luxus arbeitet…

Dass sie, um diese Kooperation überhaupt zu bekommen, monatelang bereits geshootet hat, täglich Texte schrieb, 10 Absagen von anderen Firmen bekommen hat und tagtäglich generell mindestens 30 Emails beantwortet hat, ununterbrochen Kontakt zu den Followern hält und tatsächlich einem „normalen Beruf“ gewissenhaft nachgeht, Kinder und Haushalt nie vernachlässigt, das hinterfragt niemand.

Gönnen zu können ist eine Tugend, die man irgendwann als Kind von seinen Eltern lernt, oder eben nicht.

Das Internet vergisst nicht, aber genauso schnell wie Hasstiraden abgelassen werden, so schnell sind sie auch wieder vergessen, weil man sich ein neues Thema sucht. Etwa die unmöglichen Schuhe der DSDS Kandidaten oder den vermeintlichen Schwangerschaftsbauch einer Sängerin, während man selbst genau in der Partie 3kg zu viel mit sich herumträgt.

Allerdings gibt es auch Momente, die erfüllen jemanden wie mich, der sich täglich durch den Wust des Internetdschungels wühlt mit einem riesigen Glücksgefühl. Eben dann, wenn die tägliche Arbeit, die man mit großer Freude leistet, der letzten zweieinhalb Jahren plötzlich gewürdigt wird.

Samstag hat das Finale des Blog Battles des Forums in Mülheim stattgefunden. Komischerweise war ich bei diesem letzten Meilenstein überhaupt nicht mehr aufgeregt, habe mich darauf gefreut den Zuschauern mein Ergebnis präsentieren zu können und: habe tatsächlich gewonnen!!!

Von nun an werde ich das Forum für ein ganzes Jahr als Bloggerin vertreten und freue mich riesig über diese Aufgabe!

Und nun, nun klicke ich mich noch ein wenig durch diese digitale Welt, denn mein echtes Leben hat mich heute müde gemacht 🙂

Familie

Heimat

Was ist Heimat für euch?

Ein Ort, ein Gefühl, ein Mensch?

Ich lebe inzwischen schon einige Jahre inmitten des Ruhrgebiets, quasi an der Ruhr.

Hier ist es schön. Die Leute sind offen, gesprächig und nett. Die Infrastruktur ist spitze, fällt mir um 21:30Uhr ein, dass ich irgendwas unbedingt brauche, habe ich überall offene Geschäfte in denen ich alles denkbare bekomme. Durch die Autobahnverbindungen bin ich, wenn ich nicht im Stau stehe, überall flott. Kino, Tanz, Kultur, alles im Umkreis kein Problem. Ich liebe die Shoppingmalls in unserer direkten Umgebung, apropos… Riesig würde ich mich am 10.11. über ganz viel Unterstützung freuen, denn dann bin ich tatsächlich im Finales des Blogbattle vom Forum in Mülheim. Kommt gerne um 15Uhr vorbei und jubelt besonders laut für mich! 🙂

Wir wohnen hier in Mülheim sehr schön, haben uns unser Nest nach unseren Vorstellungen ausgestattet, verändern, optimieren stets und fühlen uns pudelwohl. Ich fühle mich heimisch, weil ich alleshabe, was mich glücklich stimmt.

Heute war ich bei einer langjährigen Freundin in meiner Heimatstadt und auch nach so vielen Jahren meiner Abstinenz dort, kenne ich noch jeden Stolperstein, jedes Ladenlokal und treffe auf den verwinkeltsten Spielplätzen Menschen, die ich von früher kenne.

Heimat ist für mich nicht nur ein Ort. Heimat ist dort wo mein Herz ist.

Meine Eltern leben in der Stadt in der ich aufgewachsen bin, jede Straße, jeder noch so schmalste Weg erzählt mir die Geschichten, die ich dort erlebt habe.

Heimat hat für mich auch ganz bestimmt Gerüche. So riecht es in der Innenstadt noch immer genauso wie damals, als ich an Sonntagen mit meinem Papa dort Brötchen geholt habe und anschließend bei der Frau mit der unmöglichen Frisur Blumen für meine Mama ausgesucht habe. Ich rieche die Studentenblumen im Vorgarten meiner Eltern und auch wenn ich den Geruch nicht mag, ich weiß sofort, ich bin angekommen.

Heimat ist für mich gebunden an Menschen und Erfahrungen die mich glücklich machen. Demnach habe ich nicht nur eine Heimat, ich besitze inzwischen zwei.

Wie ist das bei euch? Wo ist eure Heimat? Geht es anderen, die wie ich umgezogen sind, ähnlich?