Familie

Rollentausch

Ich erinnere mich noch zu gut an die Zeiten in denen mein Mann alles, wirklich alles auf der Welt hätte machen können, nur Mama war gefragt. Gerade bei Noah waren die ersten anderthalb Jahre diesbezüglich wirklich extrem.

Manchmal war ich schon fast sauer, denn an manchen Tagen hatte ich das Gefühl, nicht einen einzigen Schritt alleine machen zu können. Auch wenn ich es wunderschön fand so gebraucht zu werden, so fehlte mir manchmal tatsächlich die Luft um klare Gedanken fassen zu können, um zu atmen und Kraft zu tanken.

Im Nachhinein weiß ich, Noah war natürlich sehr mamabezogen, das Stillen hat uns stark miteinander verbunden, aber ich habe auch ordentlich geklammert. Ich war voller Sorgen und Ängste, Panik etwas falsch zu machen und tatsächlich eine um mein Kind kreisende Helikoptermama. Wie soll ein Kleinkind dann begreifen, wann Mama mal Zeit für sich braucht…

Aber die Zeit lässt einen routinierter werden, erfahrener und ich konnte los lassen, auch wenn es erst sehr schwer war.

Zur Zeit hat mein Mann gerade jobwechselbedingt einige Wochen frei. Daraus resultierend und da ich einige Termine habe, verbringt er viel Zeit mit den Kindern. Er übernimmt Aufgaben die ich sonst fast immer alleine erfüllt habe, wie das Abholen der Kinder vom Kindergarten, die Nachmittagsgestaltung, miteinander essen…

Vorgestern haben wir die Abholung vom Kindergarten mittags zusammen geschafft und Noah sah uns bereits von weitem.

Er rannte los, rannte und rannte. Ich spannte meine Arme weit auf, damit er hineinspringen konnte. Wie immer, doch während er rannte sah ich schon, dass seine Augen den Papa fixierten und er sprang ihm freudig quietschend in die Arme.

Irgendwie war das ein verdammt komisches Gefühl. Ich schwebte ein wenig zwischen Enttäuschung und Traurigkeit und dann plötzlich war da ein ganz anderer Gedanke!

Wie unwahrscheinlich toll ist es doch eigentlich, dass wir es als Team geschafft haben, dass wir plötzlich nicht mehr unterschiedlich behandelt werden, dass wir alle gelernt haben auch mal loszulassen, um Gunst zu kämpfen und gemeinsam alles erreichen können.

Noah ist diese Woche fünf Jahre alt geworden und ich glaube in diesen fünf Jahren habe ich mehr gelernt als in allen anderen Jahren zuvor. Und wisst ihr was? Ich möchte nicht eine einzige Sekunde davon missen!

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