Familie

Haustiere

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann sind in der Erinnerung immer Katzen ein Teil unserer Familie gewesen. Meine erste ganz große Liebe war mein Kater Jakob. Wenn ich an ihn denke und seine schreckliche Krankheit am Ende seines Lebens, dann wird mir das Herz auch nach ganz, ganz vielen Jahren noch verdammt schwer.

Tiere waren immer um mich herum und meine Eltern konnten sich jederzeit darauf verlassen, dass ich lieb zu ihnen war und mich um sie gekümmert habe.

Nachdem ich meine erste eigene Wohnung bezogen habe, war da plötzlich keine Katze und dies fehlte mir enorm. Aber ich war viel zu wenig da, wäre absolut keine gute Tiermama gewesen, wenn ich zwischen Uni und Nebenjobs mal eben nur zum füttern hineingeschneit wäre.

Einige Jahre später wurde dann der Traum vom eigenen Hund durch Zufall war und ich konnte einer alten Hundedame noch eine tolle letzte Zeit bereiten. Der Schmerz als sie dann aber gehen musste, war so schrecklich, dass ich beschlossen habe, nie wieder einen Hund haben zu wollen.

Unsere mopsige Emmy begleitet uns nun schon einige Jahre, ich habe sie bei einer Spende im Tierheim gesehen. Sie saß eingesperrt in einen kleinen Käfig in einem Futterspenderaum, da sie aufgrund einer OP von den anderen Tieren separiert wurde. Ein kurzer Anruf bei Philipp und Emmy zog eine halbe Stunde später in unserer ersten gemeinsamen Wohnung ein.

Sie hat jeden der Umzüge miterlebt, die Geburt der Kinder und die dadurch entstandenen Veränderungen in allen Beziehungen und hat erlebt, was es bedeutet eine Familie zu sein.

Sie ist ein Fundtier, man konnte ihr Alter schon immer nur vermuten. Heute wird sie auf etwa 17Jahre geschätzt, was wirklich steinalt für eine Katze ist.

Unsere Kinder kennen Emmy von der ersten Minute in unserem Zuhause an. Sie leben mit ihr, auch wenn sie sich beide nicht explizit um sie kümmern, so gehört sie zur Familie.

In den letzten Wochen hat sie viel mitgemacht. Eine Zahn-&Kieferoperation, viele, viele Spritzen und tägliche Tierarztbesuche. Sie hat sich verändert, wirkt oft durcheinander und verhält sich seltsam. Sie ist alt und nicht mehr fit.

Seit Wochen kämpfen sie und ich darum, dass sie bei uns bleiben kann. Aber irgendwie helfen all die Bemühungen nicht wirklich.

Heute sagte der Tierarzt das ich die Kinder vielleicht langsam darauf einstellen sollte, dass Emmy möglicherweise bald nicht mehr wiederkommt. Das ich darüber nachdenken sollte, ihr ein schmerzfreies Lebensende zu bieten,falls die jetzige Therapie auch keine Wirkung zeigt.

Ein Haustier gehört zur Familie, ein Haustier begleitet dich viele Jahre in allen Situationen des Lebens und solche Entscheidungen zu treffen ist abartig und grauenhaft. Ich möchte ein Tier nicht leiden lassen, weil ich mich nicht trennen kann und doch hadere ich unglaublich mit mir, Herr über Leben und Tod zu sein.

Vermutlich werden die Kinder erst sehr traurig sein, verstehen aber (zum Glück) noch nicht wirklich was das alles bedeutet.

Und auch wenn solche grauenvollen Situationen fast alle Tierbesitzer irgendwann erleben müssen, ich finde es noch immer enorm wichtig für Kinder, dass sie den Umgang und das Leben mit Tieren kennen lernen und somit auch die Schattenseiten.

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