Familie

Wohnen mit Kindern

„Wenn du irgendwann mal eine eigene Wohnung hast, dann wirst du darauf achten…“

Warum Schuhe ausziehen, wenn sie doch cool aussehen, warum die Heizung ausstellen, wenn ich das Zimmer verlasse, wenn man das Fenster öffnet, dann ist es hinterher auch angenehm im Zimmer. Aufräumen? Pfff, morgen sieht es doch wieder so aus wie heute. Saugen? Zeitverschwendung! Eine Dusche nach der Benutzung von innen sauber machen: total spießig.

Ich glaube ich könnte jetzt ewig aufzählen, was ich als Teenager in meinem Elternhaus für völlig unnötig angesehen habe. Es gab Diskussionen und manchmal auch Streitereien, bei denen ich mir ganz sicher war, dass ich missverstanden wurde und meine Eltern wirklich überreagieren.

Dann kam meine erste eigene Wohnung und ganz ehrlich, es waren die saubersten und ordentlichsten 35qm die ihr euch vorstellen könnt. Mein ganz eigenes kleines Reich, in dem niemand es hätte wagen dürfen seine Straßenschuhe anzulassen oder rumzukrümeln. Stundenlang habe ich die Fensterrahmen gereinigt und habe es geliebt zu dekorieren und alles perfekt zu arrangieren.

Irgendwann kam dann der Moment in dem ich nicht mehr alleine gelebt habt, ich musste Kompromisse eingehen, Möbelstücke kamen hinzu und die Wohnungen wurden größer.

Mit meinem Mann habe ich nur recht kurze Zeit alleine ohne Kind zusammengelebt, aber in dieser Zeit hat er meinen Reinlichkeitswahn und mein manchmal verstecktes Chaos hinter Schranktüren verflucht. Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hochschwanger die gesamten Hochglanzfliesen unserer Wohnung Fliese für Fliese poliert habe. Ich war so stolz auf meine Leistung und erntete völliges Unverständnis.

Dann kam Noah und mit Noah veränderte sich mein Denken. Gerade in der ersten Zeit kreisten meine Gedanken nahezu helikopterartig um mein Kind, ich hatte weder die Zeit noch die Muße Fliesen zu polieren oder Schränke von innen und außen zu schrubben. Mit ihm in der Trage versuchte ich natürlich trotzdem die alltäglichen Haushaltsaufgaben zu erfüllen. Möbel die wir vorher schick und stylisch fanden mussten weichen, weil sie scharfkantig gefährlich oder was auch immer waren.

Unsere Räume glichen Spielzimmern und abends rannten wir wie aufgeschreckte Hühner durch alle Räume und sammelten Spielzeug ein.

Inzwischen sind beide Kinder etwas älter und ich nicht mehr ganz so helikopterhaft.

Wohnen hat für mich etwas mit Wohlbefinden zu tun und ich fühle mich nicht wohl, wenn ich mir zwischen Legosteinen, Puppen und Buntstiften einen Platz erkämpfen muss.

In den letzten Wochen habe ich meine Liebe für schönes Wohnen wiedergefunden und nachdem wir nun unser Wohn-/Esszimmer verändert haben, geht es momentan an unsere Kinderetage.

Ich kann nicht mehr alles ununterbrochen sauber machen, unter unserer Couch wohnen sicherlich so einige Fruit Loops und Playmobilmännchen. Die Puppe darf durchaus mal eine Übernachtungsparty unter dem Couchtisch feiern und trotzdem möchte ich nicht mehr auf unsere persönliche Wohlfühlatmosphäre verzichten.

Und wisst ihr was ich auch gelernt habe? Duschen zu säubern und Fenster zu schließen ist eigentlich ganz schön hip!

Manchmal hat Mama dann doch recht:)

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