Leben mit Kindern

Arbeiten mit Kindern?

Als ich mit Noah schwanger war, hatte ich manchmal etwas Sorge, dass mir in der Elternzeit langweilig werden könnte und dass ich meine Arbeit ganz doll vermissen würde.

Ganz schnell wurde mir allerdings klar, dass es anders kommen würde. Noah war anfangs sehr, nennen wir es „fordernd“. Er hatte Koliken und die Anpassung an die Außenwelt ist ihm nicht ganz so leicht gefallen. Für uns war die Umstellung vom Leben ohne Kind zum Elternsein dann doch aufregend.

Gedanken an die Arbeit kamen da überhaupt nicht auf. Zum Ende der Elternzeit habe ich bittere Tränen geweint, weil mir die veränderte Situation so gar nicht gefallen wollte.

Nachdem ich aber bemerkt habe, wie zufrieden Noah bei der Tagesmutter war, konnte ich auch plötzlich meine Arbeit wieder genießen.

Und jetzt, jetzt genieße ich wirklich die Zeit mit unseren beiden. Immer!

Aber andererseits liebe ich auch die Arbeit. Die Stunden, in denen ich Frau T. und nicht nur Maaaammmmaaa bin.

Die Zeiten, in denen ich mich mit meinen Kollegen über Dinge fernab der Kinder unterhalte und trotzdem immer weiß, daß es beiden Kindern super geht.

Die Arbeit tut mir gut und bietet mir einen super Ausgleich. Oft denke ich, dass ich dadurch nachmittags auch entspannter bin und Situationen wie „auf den Boden Schmeißerei“ souveräner meistern kann, als wenn ich dies bereits schon 5Mal am Vormittag erlebt hätte:)

Natürlich muss jede Mama selbst entscheiden wie lange sie reine Mamazeit verbringt. Die Finanzen spielen eine große Rolle bei der Entscheidung, sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Für uns ist die „working mom“ Situation auf jeden Fall die beste Variante und stimmt alle zufrieden 🙂

Leben mit Kindern

Das habe ich nicht geahnt!

Da lebt man in Deutschland. Deutschland, das Land in dem alles geregelt ist.

Für jede noch so kleine Sache gibt es Regeln, Gesetze, Vorgaben. Wir sprechen ständig davon, dass die in Deutschland hergestellten Produkte von besonderer Qualität sind.

Wir haben zudem das Glück, dass wir alle versichert sind, dass wir keine Angst um Hab und Gut haben müssen, nur weil Arztbesuche Kosten verursachen. Wir haben an jeder Ecke Ärzte, Apotheken, wir können Medikamente bekommen, wenn wir krank sind.

Aber wisst ihr was ich nicht verstehe?

Wie kann es sein, dass ich mit einem Kleinkind, was nicht mehr in der Lage ist die Augen aufzubekommen, sehr hohes Fieber hat, tagelang nicht mehr essen kann, und am Ende seiner Kräfte ist, keine kompetente ärztliche Hilfe bekomme?

Da wird ewig um einen dämlichen Numerus Clausus im Hinblick auf das Medizinstudium diskutiert – schafft den ganzen Mist ab, lasst Menschen Ärzte werden die wissen was sie tun müssen!

Insgesamt war ich im Endeffekt mit Lilly binnen einer Woche bei 5 verschiedenen Ärzten. Nicht weil ich unserem Kinderarzt nicht vertraut habe, sondern weil das Wochenende kam und er nicht da war! Ich habe darum gebettelt, dass ihr Blut abgenommen wird, dass ein Abstrich gemacht wird und ganz sicherlich nicht weil ich es so schön finde…Antwort einer Ärztin darauf „Sind Sie die Medizinerin oder ich? Ich halte sowas für kostenintensiv und sinnfrei!“!

Montag Mittag hat mein eigenes Kind mich kaum noch erkannt. Wir sind ins Krankenhaus gefahren und ich habe die Krankenschwestern angebettelt, sie sollen uns helfen. Dadurch das alle Kinderstationen im Umkreis belegt waren, sind wir in Düsseldorf im Krankenhaus gelandet.

Und tatsächlich, es gibt Ärzte die wissen was sie tun! Binnen 20Minuten wurden alle Untersuchungen durchgeführt und unter anderem Streptokokken bei Lilly festgestellt. Ein Abstrich ist so schnell gemacht und kann das Leben eines Kindes retten…

Nein, ich bin keine Ärztin, aber ich bin Mama! Mein Herz und mein Verstand fühlen und wissen wann es meinem Kind schlecht geht und ich tue alles, alles auf dieser Welt um meinen Kindern zu helfen.

Dies soll kein Appell à la „alle Ärzte sind schlecht sein“, das sind sie sicher nicht. Sie sind Menschen und Menschen machen Fehler. Die einen mehr, die anderen weniger.

Dies soll ein Aufruf dazu sein, euch selbst zu vertrauen! Nehmt Aussagen nicht einfach hin, hinterfragt sie. Informiert euch selbst, fragt Menschen die sich auskennen (Danke, Katja! Ohne deine Hilfe wäre alles noch schlimmer geworden!)! Und lasst euch nicht abspeisen, von keinem und niemandem auf der Welt!

Lilly und ich sind eben entlassen worden. Sie ist noch schwach, muss sich schonen, aber sie wird bald wieder genauso laut, glücklich und zufrieden sein, wie zuvor!

Wir danken den Kinderärzten und den Schwestern des Florence Nightingale Krankenhauses in Düsseldorf für ihre kompetente und sofortige Hilfe!

Leben mit Kindern

Fliegen mit Kleinkind *Werbung*

Nachdem ich selbst keine Lust mehr habe über Krankheiten zu berichten, widme ich mich heute endlich mal dem Thema, was seit Monaten eigentlich die meisten Fragen bei euch aufwirft.

Es geht um die Flüge mit Kleinkindern. Aus Gesprächen mit vielen Leuten aus unserem Umfeld und auch mit ganz, ganz vielen Mamas die mich dazu angeschrieben haben weiß ich, dass sehr viele Familien unwahrscheinlich gerne Flugreisen unternehmen würden, die Flüge an sich aber riesige Hindernisse sind.

Ich erinnere mich noch ganz genau an unseren ersten Flug, damals noch nur mit Noah. Da wir in die Sonne wollten, war für uns absolut klar, dass wir fliegen werden. Noah war damals gerade ein Jahr alt geworden und ich stillte ihn noch. Die Zeit vor Flugbeginn war und ist schon immer spannend gewesen und mit vielen Entdeckungsreisen, essen und trinken, startende und landende Flugzeuge beobachten, geht die Zeit vor dem Flug eigentlich immer sehr schnell vorbei.

Übrigens, sowohl Essen als auch Trinken sind uns beim Sicherheitscheck für die Kinder noch nie weggenommen worden! Das finden wir spitze, denn die Flughafenpreise für Nahrungsmittel sind echt happig!

Bei unserem ersten Flug mit Noah habe ich ihn direkt beim Start gestillt und so hatte er keinerlei Probleme mit den Ohren, wovor ich etwas Sorge hatte und die Landung hat er dann komplett verschlafen. Was übrigens bis heute oft noch so ist, zum Ende der Flüge schläft Noah meist.

Damals habe ich mir noch Gedanken gemacht, was ich bloß mache, wenn Noah im Flieger schreit. Was ist wenn alle anderen Mitreisenden gestört werden.

Inzwischen bin ich da selbstbewusster, Kinder weinen halt, ob im Flieger, im Zoo oder im Supermarkt. Wir haben wirklich Glück, weil das bei uns selten der Fall war, aber viele Kinder weinen dort mal und nie habe ich erlebt, dass jemand deshalb genervt war, viel mehr wurden die Eltern dann darin unterstützt, dass Kind wieder glücklich zu machen.

Lilly schläft im Flugzeug etwas schwerer als Noah ein, dafür kennt man durch sie meist sehr schnell die anderen Passagiere. Man muss nämlich wirklich nicht die ganze Zeit sitzen, man darf durchaus auf Erkundungstour gehen. Bei jedem Flug haben wir nette Menschen kennengelernt, die Freude daran hatten, mit den Kindern herumzualbern.

Die Fluggesellschaft Emirates bot uns tatsächlich eine Nanny an, ich dachte zuerst an einen Scherz, aber sie meinten es tatsächlich ernst!

Oft wurde ich gefragt, ob wir ganz viel Spielzeug mit in den Flieger nehmen. Erst ja;) Noahs Trunki war randvoll mit Büchern, TipToi, Autos, Dinos, Malsachen und, und, und gefüllt. Zudem hatten wir früher auch immer ein Tablet mit Kinderspielapps dabei – wobei wir dies ja seit einigen Monaten nicht mehr nutzen und auch einfach nicht mehr brauchen!

Inzwischen benötigen wir Malsachen, die man aber auch oft kostenlos von den Stewardessen bekommt, TipToi ist immer dabei und zwei Bücher! Wenn es ein Boardunterhaltungssystem gibt, dann sind beide Kinder total heiß darauf, ständig darauf herumzudrücken. Noah kann dort inzwischen aber auch Kinderfilme schauen, dafür sollte man an Kinderkopfhörer denken. Hörspiele vom tragbaren CD-Player ergänzen die Unterhaltung auch immer super!

Zudem sind die Kataloge, die die Produkte aus dem Bordshop bewerben immer total spannend!

Und mehr? Mehr machen wir eigentlich nie! Für uns sind die Flugreisen bisher wirklich entspannter gewesen, als jede längere Autofahrt.

Die Kinder haben keinerlei Angst im Flieger und finden sogar Turbulenzen witzig, im Gegensatz zu meinem Magen;) Ich vermute das sie keine Angst haben, weil sie einfach von klein auf Flugreisen als völlig normal erlebt haben.

Also, weniger Sorgen machen und einfach testen;)

Und immer dran denken, Weingummis und Co sind bei Start und Landung immer super, lenken ab und sorgen dafür, dass die Ohren nicht weh tun!

Also: guten Flug und einfach nicht so viele Sorgen machen;)

Trunki hat uns netterweise diese genialen Produkte zur Verfügung gestellt, die uns die Reisen mit Kindern enorm erleichtern!

Leben mit Kindern

Hilflosigkeit und Angst

Eigentlich empfinde ich uns inzwischen schon als regelrechte Profis im Umgang mit verschiedensten Kinderkrankheiten.

Philipp und ich sind nach über vier Jahren MamaundPapa-Sein ein super Krankenpflegeteam und können den Kindern meist sehr schnell helfen. Dachten wir zumindest…

Gestern Abend haben wir dann erfahren wie es ganz schnell alles doch anders sein kann.

Noah ist seit ein paar Tagen schon krank, er fiebert enorm hoch und ihm ging es richtig schlecht. Nachmittags war er deshalb nochmal beim Kinderarzt.

Gefühlt wurde er immer schwächer, fantasierte, sackte immer einfach nur weg und plötzlich begann seine Nase zu bluten. Diese Blutung bekamen wir, dachten wir, recht schnell gestillt. Er schlief ein.

Nach ein paar wenigen Minuten drehte ich mich zu ihm (ich hatte mich zu den Kindern gelegt) und sah, dass er in einer Blutpfütze lag. In kürzester Zeit hatte seine Nase unglaublich viel geblutet.

Wir wussten nicht mehr was wir tun sollten und riefen das erste Mal einen Krankenwagen an!

Die Rettungssanitäter sahen das ganze Blut und entschieden, dass sie es nicht verantworten können, ihn nicht in ein Krankenhaus zu bringen.

Irgendwie agiert man in solchen Situationen ja nur noch, wie ferngesteuert fühlte ich mich und als Philipp mit Noah im Krankenwagen wegfuhr, da hatte ich Angst, richtige Angst um mein eigentlich noch so kleines Kind! Angst davor mein Kind in die Verantwortung fremder Ärzte geben zu müssen.

(Ich bin nicht mitgefahren, weil Lilly ebenfalls mit hohem Fieber und Pseudo Krupp hier lag!)

Nach langer Warterei kam die erlösende Nachricht von Philipp. Die beiden kamen zurück nach Hause!

Durch das enorm hohe Fieber waren tatsächlich einfach nur einige Adern in der Nase geplatzt und diese haben das Blutbad veranstaltet.

Nachdem Noah seine ereignisreiche Nacht heute ausgeschlafen hatte und wach war, strahlte er mich an und sagte, „Krank sein ist doof, aber auch spannend! Ich bin diese Nacht Krankenwagen und Taxi gefahren. Alles in einer Nacht!“!

Ihm geht es augenscheinlich viel besser, er lacht, er redet wieder und ich bin verdammt dankbar, dass es im Grunde alles recht harmlos war.

Nun muss unsere kleine andere Patientin nur noch fit werden und dann kann bitte der Frühling mit netten Temperaturen kommen;)

Leben mit Kindern

Dieser Schlaf…

Wisst ihr was ich auch nach all der Zeit als Mama noch als wahrhafte Herausforderung empfinde? Beide Kinder zeitgleich abends alleine ins Bett bringen.

Ich weiß von einigen von euch das sie das täglich machen und ich glaube wäre das bei mir der Fall, so hätte ich noch mehr weiße Haare, als eh schon.

Meist sind Philipp und ich beide abends Zuhause und teilen uns auf. Das kann mal länger dauern, funktioniert aber meist inzwischen ganz gut. An Trainingsabenden jedoch bringe ich die Kinder meist zusammen ins Bett. Da nutze ich dann auch von vornherein für alle das Familienbett, denn sonst renne ich nur von Zimmer zu Zimmer, fange Lilly die waghalsige Bettkantenfluchtversuche betreibt oder versuche Noah immer und immer wieder leise zu sagen, dass er die gerade einschlafende Lilly weckt, wenn er ununterbrochen aus seinem Zimmer brüllt „Ich kann ohne dich nicht einschlafen. Jetzt auch nicht und noch immer nicht…!“.

Vermutlich und wahrhaftig liegt der eigentliche Fehler natürlich bei uns, weil wir die Kinder von Anfang an immer in den Schlaf begleitet haben, uns immer dazu gelegt haben. Ich glaube einfacher und schneller schlafen sie ein, wenn sie alleine lernen einzuschlafen. Allerdings hätte ich das nicht übers Herz gebracht und so kam es für uns nie in Frage.

Nun denn…Heute Abend hatte ich eine Idee. Ein leises Hörspiel auf der TonieBox die wir seit Weihnachten haben, ist doch bestimmt beruhigend und schlaffördernd. Nachdem Lilly sich durch Streckung ihres gesamten Körper um mindestens 10cm verlängert hatte, damit sie mit der Zehenspitze die Figur von der Box kicken kann und Noah die Nummer so unglaublich witzig fand, habe ich kurzerhand beschlossen das Hörspiele bei uns zur Zeit schlaftechnisch nichts bringen.

Ihr kennt das Repertoire von Angst über Hunger, über Pipi und den Klassiker: Durst! Blöderweise waren die Wasserfläschchen heute nicht wirklich voll und ich musste nochmal in die Küche um sie aufzufüllen. So flitze ich flott, wirklich flott nach unten. Kurze Zeit später war ich wieder oben. Da lag Lilly auf Noahs Schoß, er schaukelte sie ganz vorsichtig hin und her und streichelte ihr die Stirn. Sie schlief. Er strahlte mich an und sagte „Ich bin ein guter Babysitter!“!

Ganz vorsichtig legten wir Lilly auf die Matratze neben ihn und wir beide platzen beinahe vor Stolz. Noah hatte binnen zwei Minuten geschafft, was mir in über 40Minuten nicht gelungen war und ich, weil ich weiß, dass er der beste und liebevollste kleine, große Bruder ist, denn man sich wünschen kann!

So leidig das Schlafthema heute begann, umso schöner endete es;)