Leben mit Kindern

Bin für dich hier, keine Angst!

Hör auf zu weinen und nimm meine Hand! 

Halt sie ganz fest, hab keine Angst!
Ich will dich hüten,

Will dich beschützen,

Bin für dich hier, keine Angst!
Vielleicht bin ich heute Abend noch emotional geprägt von dem tollen Tarzan-Musical, was ich mir gestern mit zwei Freundinnen in Oberhausen angeschaut habe. Vielleicht sind es aber auch die kleinen Ärmchen, die sich zur Zeit immerzu um meinen Hals schlingen, die Hände die ich immer ganz festhalten soll und die großen, großen Augen, die mich fixieren. 

Lillys Beinchen heilt gut, wir mussten heute  zum dritten Mal zu einer Kontrolle und alles sieht so aus, wie es aussehen soll. Lilly hat nur so furchtbare Angst vor Ärzten und Untersuchungen. Sie weint, sie würgt, sie klammert, sie zittert und sie tut mir so unwahrscheinlich leid. Mit 1,5Jahren versteht man nicht was mit einem passiert, wenn zwei fremde Frauen einem die Beinchen unter einem Röntgengerät festhalten, man versteht nicht, warum immer wieder diese blauen oder weißen Kittelträger auftauchen und einem an das schmerzende Bein wollen. 

Vor einigen Jahren noch, als ich noch keine Kinder hatte, fand ich Situationen mit Ärzten auch seltsam. Warum auch immer, sie schüchterten mich ein und ich war immer nur froh ganz schnell aus ihrem Radius zu sein, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon lange wusste, dass sie mir helfen wollen.

Und jetzt, als Mama macht mir sowas keine Angst mehr. Plötzlich werde ich zur Gorilla-Mama (Nix Helikopter, der kann ja nicht kämpfen), frage, hinterfrage und teilweise kritisiere ich auch, so dass mein Kind die bestmögliche Behandlung bekommt. Ich glaube ich kann das inzwischen ganz gut. 

Aber wisst ihr was mir Kopfzerbrechen bereitet? Was ist mit den Familien, in denen die Eltern vielleicht der Sprache nicht mächtig sind, die Eltern vielleicht Hemmungen haben Arzthandlungen in Frage zu stellen oder sie einfach aus verschiedensten Gründen gar nicht fähig dazu sind? 

In der letzten Woche habe ich mich mit einem rotzfrechen Rezeptionisten gestritten, einen Fehler bei der Gipsanbringung bemerkt und festgestellt das eine Assistenzärztin recht wenig Ahnung von dem hatte, was sie mir erzählen wollte. Wie aber wäre es, wenn ich in einem anderen Land leben würde und nicht alles richtig verstehen würde? 

Menschen machen Fehler, deshalb sind wir Menschen, aber Mamas sind dazu da, ihre Kinder davor zu bewahren! Und große Brüder, denn die sind die besten Beschützer von allen;)

Ein Gedanke zu „Bin für dich hier, keine Angst!“

  1. Hallo Anne,
    das ist wirklich eine wichtige Frage! Ich finde auch, dass wir uns immer wieder selber fragen sollten, wie es uns in der Situation ergehen würde und dann kommt man wieder ganz schnell auf den Teppich. Es freut mich, dass es Lilly den Umständen entsprechend schon wieder bisschen besser geht 🙂

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

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