Leben mit Kindern

Flucht ins Abenteuerland

Wie war das? „Bei euch sieht es immer so harmonisch und entspannt aus…!“. 

Schon einige Male habe ich Nachrichten dieser Art bekommen und die sind an manchen Tagen fernab der Realität. Gestern zum Beispiel. 

Gestern war der Tag der Unzufriedenheit, des Wühlens und des Chaoses. Mit Noah war ein Bummel geplant, mit anschließendem KinderTheaterbesuch in einem Einkaufszentrum. Als er wach wurde, wusste ich schon, dass es anstrengend werden wird. Völlig aufgedreht und auch überdreht starteten wir dann. Blöderweise hatte ich ihn noch völlig heiß auf das Theaterstück gemacht, was gar nicht dem entsprach, was wir uns gewünscht hätten. Generell finde ich es den Künstlern gegenüber unfair ein Stück frühzeitig zu verlassen, aber manchmal muss getan werden, was getan werden muss.


Im absoluten Spielzeugrausch wollte er nichts anderes mehr machen als sich Spielzeug anschauen und raste von einem Regal zum nächsten, mit windmühlenartigen Armbewegungen – eine Gefahr für alle anderen Menschen. 


Zuhause war dann das Mittagessen nicht richtig, das Wetter unpassend,…ihr kennt das Spiel. Und Lilly? Lilly sieht in Noah immer das große Vorbild und sie ahmt fröhlich alles nach. 

Abends, als beide endlich schliefen, beschlossen wir Zombie-Eltern: morgen wird es besser und tüftelten einen Plan aus!


Wir planten für den heutigen Sonntag einen Ausflug der uns alle auspowern und begeistern sollte. 

Und ich würde sagen: es hat funktioniert!


Mit ordentlichem Proviant und bei Sonnenschein landeten wir im Toverland in den Niederlanden!

Obwohl wir ja bekanntlich in der Ecke oft einkaufen, sind wir bisher noch nie dort gewesen. Leider, denn es war wirklich toll!


Der ganze Park ist liebevoll gestaltet. Es gibt Unmengen toller Attraktionen für ganz kleinen Kinder, für Noahs Alter, aber auch für jeden anderen Besucher. Alles war pikobello sauber und der Park, obwohl er absolut nicht klein ist, doch gut überschaubar. Es gab überall etwas zu entdecken und zu bestaunen. Sowohl die Kinder, als auch wir sind begeistert gewesen! 

Und was soll ich sagen? Nicht ein einziges Mal wurde gemeckert, gemosert, gehampelt oder gejammert! 


Natürlich kann man nicht immer mit solchen Highlights die Stimmung retten, aber ab und an geht sowas;) 

Nun sind wir alle müde und träumen vermutlich von wilden Fahrten auf lila Seepferdchen oder galoppierenden Runden auf den Pferden des Kinderkarussells!

Leben mit Kindern

Lilly Wutzwerg

Ihr kennt sie, diese Phasen, in denen ein falscher Blick, ein „Nein“ oder das falsche Stück Kartoffel auf der falschen Seite des Tellers soooo viel Wut im Bauch der Mäuse auslösen…

Lilly durchlebt genau dies gerade mit Hingabe! Natürlich ist es nervig für sie, wenn sie nicht kann wie sie möchte, weil das Beinchen sie daran hindert. Natürlich nervt das Wetter und es fehlt die Auslastung durch die Bewegung, aber eigentlich geht es in diesen Situationen gar nicht darum. Viel mehr werden ganz bewusst Grenzen gesucht und bevorzugt überschritten. 

Als Noah in diesem Alter war, hat mich jede  Situation dieser Art verunsichert und gestresst. Auch heute weiß ich manchmal nicht wie ich reagieren soll, was eigentlich richtig und was falsch ist. Und ich kann echt behaupten, Mädchen sind definitiv zickiger als Jungs;)

Was ich aber inzwischen für uns gelernt habe, ist dass ich mich nicht verunsichern lassen muss. Es ist für alle entspannter, wenn ich ruhig bleibe. Oft nehme ich sie bewusst komplett aus der vorherrschenden Situation – wie zum Beispiel eben, als sie wutentbrannt Möhrenstücke vom Salatteller meiner Freundin geworfen hat. Innerlich brodel ich auch in diesen Momenten… 

Groß werden kann anstrengend sein, aber auch wunderschön! 

Heute Mittag, nachdem der Postmann hier war, war Lilly völlig glücklich! Das liebe Team von Weltbild hat Lilly (und netterweise auch Noah), ein mega Paket zur Genesung geschickt und dabei völlig Lillys Vorliebe getroffen!

Neben ganz, ganz vielen anderen tollen Sachen findet ihr den großen Kuschelkissenelefant hier: https://www.weltbild.de/kinderwelt

Wir haben uns riesig über das Paket gefreut und wenn in den nächsten Tagen jemand neben mir im Auto steht und sich wundert was bei uns abgeht, es ist die CD vom King of Kidsclub, die Noah unter anderem bekommen hat!

Jetzt liegt Lilly Wutzwerg eingekuschelt in ihrem Elefanten und morgen, morgen ist ein neuer Tag! 

Noah hilft Lilly beim entspannter sein, mit seinen neuen Kindergartenerrungenschaft: Yoga…

Leben mit Kindern

Bin für dich hier, keine Angst!

Hör auf zu weinen und nimm meine Hand! 

Halt sie ganz fest, hab keine Angst!
Ich will dich hüten,

Will dich beschützen,

Bin für dich hier, keine Angst!
Vielleicht bin ich heute Abend noch emotional geprägt von dem tollen Tarzan-Musical, was ich mir gestern mit zwei Freundinnen in Oberhausen angeschaut habe. Vielleicht sind es aber auch die kleinen Ärmchen, die sich zur Zeit immerzu um meinen Hals schlingen, die Hände die ich immer ganz festhalten soll und die großen, großen Augen, die mich fixieren. 

Lillys Beinchen heilt gut, wir mussten heute  zum dritten Mal zu einer Kontrolle und alles sieht so aus, wie es aussehen soll. Lilly hat nur so furchtbare Angst vor Ärzten und Untersuchungen. Sie weint, sie würgt, sie klammert, sie zittert und sie tut mir so unwahrscheinlich leid. Mit 1,5Jahren versteht man nicht was mit einem passiert, wenn zwei fremde Frauen einem die Beinchen unter einem Röntgengerät festhalten, man versteht nicht, warum immer wieder diese blauen oder weißen Kittelträger auftauchen und einem an das schmerzende Bein wollen. 

Vor einigen Jahren noch, als ich noch keine Kinder hatte, fand ich Situationen mit Ärzten auch seltsam. Warum auch immer, sie schüchterten mich ein und ich war immer nur froh ganz schnell aus ihrem Radius zu sein, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon lange wusste, dass sie mir helfen wollen.

Und jetzt, als Mama macht mir sowas keine Angst mehr. Plötzlich werde ich zur Gorilla-Mama (Nix Helikopter, der kann ja nicht kämpfen), frage, hinterfrage und teilweise kritisiere ich auch, so dass mein Kind die bestmögliche Behandlung bekommt. Ich glaube ich kann das inzwischen ganz gut. 

Aber wisst ihr was mir Kopfzerbrechen bereitet? Was ist mit den Familien, in denen die Eltern vielleicht der Sprache nicht mächtig sind, die Eltern vielleicht Hemmungen haben Arzthandlungen in Frage zu stellen oder sie einfach aus verschiedensten Gründen gar nicht fähig dazu sind? 

In der letzten Woche habe ich mich mit einem rotzfrechen Rezeptionisten gestritten, einen Fehler bei der Gipsanbringung bemerkt und festgestellt das eine Assistenzärztin recht wenig Ahnung von dem hatte, was sie mir erzählen wollte. Wie aber wäre es, wenn ich in einem anderen Land leben würde und nicht alles richtig verstehen würde? 

Menschen machen Fehler, deshalb sind wir Menschen, aber Mamas sind dazu da, ihre Kinder davor zu bewahren! Und große Brüder, denn die sind die besten Beschützer von allen;)

Leben mit Kindern

Freitag der 13.!

Freitag Vormittag, während des Unterrichts, fragten mich einige Schüler, ob ich denn an einem Tag wie diesem keine Angst hätte, dass etwas passieren könne. Ich lächelte und prahlte großspurig, ich sei nicht abergläubisch und das ich mich nicht daran erinnern kann, dass je was schlimmes an einem Freitag mit der Zahl 13 passiert wäre. 

Uns stand ein spannendes Wochenende bevor. Eine tolle Hochzeit von lieben Menschen und anschließend ein Wochenendtrip nach Hamburg. 

Die Hochzeit war toll, die Location genial und an alles war gedacht. Normalerweise sind Hochzeiten ja für Kinder meist öde, weil ihnen dort nichts geboten wird, aber hier gab es sogar eine Spielscheune. Noah und Lilly waren begeistert. Kurz bevor wir dann beschlossen, dass es schon sehr spät für die beiden war, rutschten Philipp und Lilly Hand in Hand noch ein letztes Mal über eine kleine, breite Rutsche die angelehnt an Strohballen stand. Keiner von uns hat damit gerechnet was dann passierte. 

Lillys Fußspitze stoppte auf dem Plastik der Rutsche und ihr gesamter Unterschenkel drehte sich nach vorne. 


Da reden die Menschen immer alle davon, dass kleine Kinder noch Gummiknochen haben…Nein, nicht immer und auch nicht immer geht alles gut! 

Nach vielen Stunden im Krankenhaus stand fest, Lilly hat sich das Schienbein gebrochen! 

Ich habe noch nie einen tapferen kleinen Kämpfer erlebt, als unsere kleine Maus. 


Obwohl sie furchtbare Angst vor Ärzten, Kitteln und der ganzen Situation hatte und hat, kann sie inzwischen schon wieder strahlen. Sie jammert nicht, ist zum Glück noch ganz vorsichtig und kuschelt den gesamten Tag! Uns stehen nun einige Wochen bevor, in denen sie keinen einzigen Schritt auf ihrem Beinchen machen darf.

Wer also tolle Ideen für schöne Beschäftigungsmöglichkeiten im Sitzen hat, immer her damit, denn die werden uns irgendwann ausgehen!


Hamburg läuft uns nicht weg und wir sind einfach nur froh, dass ihr schnell und gut geholfen werden konnte und Rutschen, die werden wir in Zukunft meiden. Hoffentlich;)

Und bei all dem Mist habe ich was gelernt…Irgendwie steckt in diesem Aberglaubekram doch ein Funken Wahrheit! 

Leben mit Kindern

Concealer – oder das Thema „Schlaf“!

Wir waren verwöhnt, unwahrscheinlich verwöhnt. Lilly wurde geboren und schlief erstmal. Sie war noch so zart und klein, sie musste sich erst fit schlafen, um in der Welt anzukommen. Ein paar Meter im Kinderwagen oder in der Trage, ein wenig vorsichtiges Schaukel auf dem Arm und die kleine Maus schlief. Obwohl ich eine Stillmama war, hatte ich völlig entspannte Nächte, denn Lilly war müde. Wenn sie wach wurde, kuschelte sie kurz, trank und schlief weiter. 

Das kannten wir so gar nicht.

Noah war ein ganz anderer Kandidat. Schlaf fand er schon recht früh einfach total öde und wenn schlafen, dann bitte mit Körperkontakt. So verharrte ich manchmal gefühlte Stunden, ohne mich auch nur einen Zentimeter zu bewegen, in Gedanken bei der Toilette, da meine Blase zu platzen drohte und auch die Nächte waren oft sehr laut und unruhig. Aber irgendwann legte sich genau dieses Schlafproblem und Noah sagte einem abends freiwillig, dass er müde war. Völlig irre für uns, die wir gewohnt waren über zwei Stunden seine Hand zu halten und die Stirn zu streicheln. 

Aber wie wir in der Entwicklung von einer Stufe, einer Phase oder einem Schub zum nächsten hüpfen, so sollte sich auch Lillys entspanntes Schlafverhalten ordentlich verändern. Eigentlich recht pünktlich zu meinem Arbeitsbeginn nach der Elternzeit, denn da beschloss sie, dass es viel cooler ist extrem früh aufzustehen, denn so hat man ja mehr vom Tag…Demnach fand ich mich um kurz nach 5Uhr morgens im Wohnzimmer wieder, während ich „Pinky Pie“, Lillys pinkes Pony fütterte und mir ein „Ich hab dich lieb, Mama“, von Pink-Pony dafür abholte. Dann kamen die ersten richtigen Schnoddernasennächte, Husten der sie in der Nacht störten und zwar so, dass sie wach war. Richtig wach, meist von 2-5Uhr…Erwähnte ich, dass ich mir endlich mal einen vernünftigen Concealer leisten sollte?;) 

Zur Zeit ist es so, dass Lilly unwahrscheinlich viel Zeit benötigt, um abends in den Schlaf zu finden. Während sie ununterbrochen alle Wörter aufzählt, die sie kennt und kann, ihre Beine in die Luft wirft und auf die Matratze schmettert und mir dabei einzelne Haare rauszupft, war ich eben echt genervt. 

Ich wollte meinen Post endlich schreiben, unten liegt ein Stapel Klassenarbeiten, die korrigiert werden wollen, Frühstück für morgen muss vorbereitet werden, ich wollte aufräumen, meine Augenbrauen brüllen nach Zupfung, die Wäsche duftet noch im Keller vor sich hin…So viele Kleinigkeiten die ich gerne machen möchte. 

Und dann, dann habe ich plötzlich gemerkt das all dies eigentlich keinen Wert hat. Nur weil ich möchte das Lilly schneller schläft, wird sie es sicher nicht tun. Sie erlebt jeden Tag so viele Dinge, die müssen einfach verarbeitet werden, wenn sie zur Ruhe kommt. Statt, wie ich es heute getan habe, mehrfach auf die Uhr zu schauen, muss man die Zeit doch genießen. Wieviele Jahre wird es wohl noch dauern, dass ich sie in den Schlaf kuscheln kann? Kennt ihr den Spruch „Ihre Kindheit ist unser Alltag“? 

Ich finde das sollte ich mir genau in diesen Momenten bewusster machen und sie einfach nutzen, als eine perfekte Zeit, genau so, wie sie ist! Unsere Mäuse machen das Leben bunter und so viel schöner!

In diesem Sinne werde ich jetzt noch die Dinge erledigen, die ich erledigen möchte und hoffe auf eine entspannte Nacht;)