Leben mit Kindern

Der Popogeigendoktor

Der kleinen Maus geht es noch immer nicht so bombig und da ich ja in die Gruppe Sorgenmamimi gepackt werden kann, bin ich gerade nochmal kurz mit ihr zum Arzt gefahren. Leider war unser Doc nicht da, der toll ist und wir sind bei dem Vetreter gelandet. 

Bis dahin alles ok, doch dann erlebte ich in 5 Minuten die volle Dröhnung Egokampf gepaart mit veralteter Pädagogik und absolut fehlende Empathie! 

Lilly hat sich wohl in der Praxis bei der Impfung einen Infekt eingefangen und somit war die medizinische Seite schnell und auch gut geklärt.

Dann ging es los: Stillen Sie etwa noch? Ich finde Sie sollen abstillen. Hätte Sie kaum erkannt, Sie haben abgenommen (Stimmt übrigens nicht!)! Stillen länger als 6Monate hat keinerlei Nährwert für das Kind, es dominiert Sie dadurch nur. Sie sollten radikal abstillen. Stillen Sie nachts etwa auch noch? Das ist nur ein Bedürfnis des Kindes was es bei Ihnen durchdrücken will. Sie braten Ihrem Mann nachts doch auch kein Steak!                Stillen ist toll, aber nicht länger als 4Monate, denn sonst werden Sie zum Sklaven Ihres Kindes.

Nein, das war es noch nicht, denn er sah die Ergobabytrage. Ach, tragen Sie das Kind viel? Die gewöhnen sich daran, sollten Sie nicht machen. Absolut nicht und für Ihren Rücken ist das auch Gift. Tragen ist völliger Schwachsinn, dient nur der Verwöhnindustrie und die Trage haben Sie doch bestimmt nur, weil sie Ihnen farblich so gut gefallen hat. 

Was macht der Noah? Lilly wird ihn bestimmt dominieren wenn Sie älter ist, denn Mädchen sind so und Noah ist viel zu lieb. Denken Sie mal daran wie schlimm Sie in Ihrer Pubertät waren (Hallo? Kennen wir uns?), das wird mit Lilly noch doller und beginnt noch früher. 

Sie sind Pädagogin, oder? Studierte Mutter…aber ich mag das, denn Sie sind sehr selbstbewusst. 

Wahrscheinlich hat er noch mindestens 100Sätze rausgehauen, die mir wieder einfallen, wenn ich diesen Post veröffentlicht habe.

Mir ist es gerade verdammt wichtig diese heutige Erfahrung mit euch zu teilen. Wäre ich nicht fast 35Jahre und inzwischen auch wirklich so selbstbewusst, dass ich weiß was ich tue, so hätte dieser Popogeigendoktor mich absolut verunsichert. Ich hätte wahrscheinlich völlig an dem gezweifelt was ich tue und mich in Frage gestellt. Vermutlich hätte ich sogar gedacht das ich meinem Kind schade.

Stattdessen konnte ich ihn heute anschauen und ihm sagen, dass ich ihn nicht im geringsten nach seiner antiquierten Meinung gefragt habe. Ich werde stillen solange Lilly und ich es möchten und ich werde ebenfalls tragen solange wie wir wollen. Zudem habe ich gesagt das ich die Bedürfnisse meines Kindes nicht brechen werde, niemals! Und was ich in meiner Pubertät gemacht oder nicht gemacht habe, dass wird ihm in seiner wohl gefehlt haben, wenn man so garstig und verbittert ist. 

Es ist traurig das gerade Ärzte, Menschen auf die man vertrauen muss und die viele als Grundlage Ihres Handelns nutzen, so eingefahren, engstirnig und möchtegerndominant sind. Daher, vertraut auf euch selbst. Tauscht euch mit anderen aus wenn ihr euch über Dinge unklar seid, hört euch auch andere Meinungen an, aber vertraut auf euer Herz und eurem Kind wird es sicherlich an nichts mangeln!

Und wenn Philipp nachts um ein Steak weinen würde, ich würde es ihm braten!

Leben mit Kindern

Sommernachmittag

Wisst ihr was ich mit kleinen Kindern wirklich richtig schwierig finde? Eine Sommerbräune zu bekommen;) 

Früher war ich immer diejenige die nach zwei Tagen Sommerwetter knatschbraun war und nun bin ich eine der wahrscheinlich hellste Weißwürste des Ruhrgebiets! Ich stelle es mir immer ganz furchtbar vor, wenn man als Baby der Sonne ausgesetzt ist und sich nicht daraus wegbewegen kann, so wechsel ich ständig Straßenseite, spanne Tücher und generell achte ich ganz doll darauf das die Haut der Kleinen keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, da ich es viel zu gefährlich und ungesund finde. 

Auch besteht bei mir im Sommer immer „Hütchenpflicht“. Heute haben wir, da unser Garten am Nachmittag zur Hälfte perfekt im Schatten lag, draußen sein können, die andere Zeit haben wir drinnen mit Schwimmungen in der Wanne, dem Bau von Peter Hase Städten und Co verbracht, da es der Impfmaus leider heute noch nicht so geht, dass man ewig draußen rumturnen sollte. Ich hoffe das sie morgen wieder ganz fit ist.

​​

Leben mit Kindern

Manno Peter

Wenn Noah schimpft, dann sagt er seit einiger Zeit immer „Manno Peter“ und nach Manno-Peter fühle ich mich heute morgen bereits, denn seit 7Uhr habe ich gegen Rotzigkeit angekämpft, gepaart mit Impfnebenwirkungen. Zum letzten Mal auf die Uhr habe ich um 3:30Uhr geschaut, danach hat klein Lilly dann endlich geschlafen. Die Arme ist völlig durch den Wind aufgrund der gestrigen Impfung, aber wir haben es jetzt für ein Jahr geschafft! Ich bin froh!


Noah, der woher auch immer, heute morgen plötzlich schon wieder eine Schnupfnase hatte, hat meine Müdigkeit knallhart ignoriert und ist direkt nach dem Aufschlagen der Augen eskaliert. Er will („Noah, es heißt ich möchte und nicht ich will…“) dies und das und bitte alles immer sofort! Begleitet wurde alles mit Brüllerei. Aber jetzt ist er im Kindergarten und Lilly soeben eingeschlafen. Zeit für Wäsche und Aufräumung und einen grooooßen Pott Kaffee;) 


Heute startet hier in NRW übrigens die Schule wieder. Im nächsten Jahr bin ich an einigen Wochen vor den Sommerferien auch wieder dabei, deshalb  sollte ich vielleicht weniger über Manno-Peter meckern und die viele Zeit die ich aufgrund der Elternzeiz mit den Mäusen genießen darf nutzen;) Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und der Kaffee ist fertig. 


Ich wünsche euch einen schönen Tag!;)

Leben mit Kindern

Freunde

Eine Weile war ich ganz schön traurig, wenn ich über das Thema Freundschaften nachgedacht habe. 

Seit ich Mama bin habe ich mich verändert, nicht nur äußerlich, auch meine Einstellungen zu ganz vielen Dingen hat sich verändert. Ich bin nicht mehr flexibel, ich bin nicht spontan und ich habe andere Bedürfnisse als früher. 

Ein nicht verplantes Wochenende wäre früher grausam für mich gewesen und hätte mich unglücklich gestimmt. Wir haben unsere Ruhrgebietspartyzeitungen gecheckt und hatten jedes Wochenende ein anderes Highlight oder ich war irgendwo kellnern und als Hostessen auf Messen oder anderen Veranstaltungen unterwegs. Ständig aktiv, ständig Kommunikation und immer etwas Neues erleben, nie irgendwas verpassen. 

Ich kannte überall viele Leute und einige Freundinnen waren mir damals extrem wichtig, da wir viel miteinander erlebt haben. Ich dachte es würde immer so bleiben und doch kam alles anders. 

Die ersten Veränderungen kamen, als die wirklich festen und dauerhaften Beziehungen und Ehen zustande kamen. Wenn die Freundin plötzlich jemanden heiratet, den man überhaupt nicht mag, dann verändert sich die Freundschaft. Durch meine damaligen Arbeitszeiten an einer Abendschule veränderte sich auch viel, denn ich war nicht mehr greifbar wenn andere frei hatten. Dann bin ich irgendwann umgezogen und 30km Entfernung vom Heimatort sind für „mal eben“ eine ordentliche Strecke und man muss gerade mit Kind sofort planen. 

Als Noah dann auf die Welt kam, wurde ich kurzzeitig zum Eigenbrödler. Ich hatte das Gefühl das mich niemand mehr versteht und meine Zeit-&Lebenssituation passte nicht mehr zu dem Leben meiner Freundinnen. Doch nach einigen Wochen musste ich feststellen das mir das schon alles fehlte. 

Fast drei Jahre später habe ich allein durch Noah und seine Freundschaften, durch Verkäufen von Kinderkleidung und Co und etliche andere Anlaufstellen für Mamas ganz viele andere Frauen kennen gerlernt. Es ist lockerer geworden, man sieht sich weniger und muss nicht ständig kommunizieren, aber es ist schön wenn man es kann. Die Themen sind oft ganz andere als früher. Ganz wichtig ist es mir immer auf Leute zu treffen die verstehen warum ich nicht mehr stundenlang Zeit habe, warum ich nicht mit einem völlig erkälteten Kind zur Geburtstagsparty komme und warum ich heute Situationen anders sehe als früher. 

Inzwischen sind auch alte Freundschaften teilweise wieder aufgelebt, sie sind weniger innig als damals, aber wir haben uns doch nicht ganz verloren und darüber bin ich sehr froh! 

Und ganz ehrlich, ganz tief in meinem Inneren interessiere ich mich auch immer noch für Modetrends, Handtaschen, Schuhe und all die Sachen die ich früher schon ziemlich toll fand;(

Sind eure Freundschaften geblieben wie früher oder gab es auch eine große Veränderung? 

Leben mit Kindern

Familiensonntag

Sonntags ist es ja meist ganz ruhig um uns, daher nur eine kurze abendliche Meldung!

Der Vormittag war heute sehr kuschelig:

 

Leider hat es heute morgen hier dauerhaft geschüttet und so hatten wir keine Lust auf eine Unternehmung. Erst nach einem groooßen Männernudelmittagessen haben Noah, Lilly und ich uns mit Freunden auf dem Fußballplatz (ich und Fußball, was man nicht alles aus Liebe macht) getroffen und mit rauen Zuschauermengen (das war ein Scherz) die wetterbedingt nicht ganz so aktiv waren, den Philipp-Papa-Torwart bejubelt;) Natürlich hat sein Team gewonnen und wir haben heute Nachmittag richtig ordentlich frische Luft abbekommen. 

Mal wieder bin ich traurig darüber das so ein Wochenende so unwahrscheinlich schnell vorbei ist.